Harmonische Studie

Besetzung: Flöte, Violoncello und Klavier

UA Dresden, 11/2003, Musikhochschule Dresden

Einführung

Meinem Lehrer Jörg Herchet zum 60. Geburtstag gewidmet, versucht die Komposition mit den mir zu Gebote stehenden musikalischen Möglichkeiten das Rätsel zu umkreisen, das der Musik Herchets eine so einmalige Balance zwischen nuanciertem Übergang und "sprunghafter" Analogie von Strukturen verleiht.

das stück verbindet sich mir sehr direkt mit dem gedanken georg pichts ("Von der Zeit").
1. Der Verlauf der Zeit folgt nicht der Bahn einer unendlich Geraden.
2. Die Welt ist nicht ein geschlossenes System."
die offenheit und zugleich zwingende konsistenz dieser musik ist geradezu bestürzend, wenn das zu sagen erlaubt ist. allerdings vermag ich letztlich nicht zu erkennen, ob diese dichte aus einer extremen komprimierung eines schließlich doch linearen verlaufes hervorgeht oder dieser komposition wesentlich zugehört.
ersteres vermute ich beim lesen der partitur: das einstimmen des violoncellos, der weg, den die flötistin zurücklegt - das sind elemente, die eine lineare formentfaltung nahelegen. aber auch der gesamte verlauf legt lineare formentfaltung nahe: nach einer phase des einstimmens bzw. "einfühlens, einschwingens" (flöte nähert sich sehr rasch der bühne, klavier fügt sich mit dem Gis ins einstimmen des violoncello-G) alle drei instrumente, dann solo des vc, wiederum alle drei und ausklingen. - dann wäre das wesentlich größere dreieck, das die partitur am ende für die musiker fordert, das ergebnis eines prozesses.
dem steht freilich die faszinierende dichte dieser musik entgegen. vor allem beim hören erlebe ich diese musik als e i n e n einzigen augenblick, der sich (...) in der zeit ausbreitet. (...)


(Jörg Herchet in einem Brief an die Autorin vom 30.08.04)




Letzte Aktualisierung: 28.02.2005